US-History


Die Hip Hop Kultur; Ursprung und Afrika Bambaataa

(in Bachelorarbeit: "P- Star" eine manipulierte "conscious" Rapperin, Caroline Montandon, Institut für Kunstgeschichte, Universität Bern, 2008). 

Die Zulunation wurde 1976 von Afrika Bambaataa[1] in New York gegründet. Bambaataa ist ein afroamerikanischer Rapper und DJ, der 1976 gleichzeitig mit Kool Herc an den Hauspartys in der Bronx Platten aufgelegte.[2] Herc ist jamaikanischer Immigrant und erfand den Breakbeat[3], über den er zu rappen begann. Damit schuf er die technische Grundlage für Rapper und Breakdancer[4], die zuvor zu Funkmusik rappten und tanzten. Mit der Erfindung des Breakbeats gilt Herc als Begründer der Hip- Hop- Bewegung. Afrika Bambaataa war zu Beginn der 70er Jahre Mitglied der Gang Black Spades in New York. Den Tod eines Freundes aus dieser Gang bewegte Bambaataa zur Gewaltabkehr und er begann seine Karriere als DJ. Mit fünf Breakern zusammen gründete er die Zulunation und koppelte die bereits bestehende Graffitikunst an die Bewegung an. DJ’ ing, Rappen, Breaken und Sprayen bildeten ab nun die vier Grundelemente und Kunstrichtungen der Hip- Hop Bewegung. Darauf fügte Bambaataa seine philosophische Lehre an die Bewegung an, die als positiver Impuls wirken sollte.[5] Bambaataa’s Lehre entstammt einem Film, aus  dem er das Konzept des pazifistischen Widerstands der Zulu’ s in Afrika gegenüber den angreifenden Engländern im 19. Jahrhundert abgeguckt hat.[6] Dieser gewaltlose Widerstand nahm Bambaataa als Ausgangslage seiner Lehre. Das Grundideal Letzterer ist die Positivität, welche über Wissen, Weisheit, Liebe, Fleiss, Disziplin, Spass, Respekt, Gleichheit, Bescheidenheit et cetera gelebt wird. Die Zulunation setzte Bambaataa’ s Lehre auf der Strasse um.[7] Erstere vereinte alle positiven Eigenschaften einer Gang, wie Schutz, Zusammenhalt und Organisation, weil Bambaataa den Jugendlichen jeglicher ethischen Herkunft Zuflucht vor Drogen, Gewalt und Kriminalität gewähren wollte, da diese Jugendlichen meist aus von Armut geprägten zerrüttenden Elternhäusern stammten und auf der Strasse herumhingen. Dadurch waren sie entweder potentiell kriminell gefährdet oder bereits kriminell tätig. Bambaataa’s Organisation war als eine Art Ersatzfamilie gedacht. Anstelle sich auf der Strasse abzuschiessen, zu stehlen oder Drogen zu verticken und zu konsumieren, sollten sie sich mit Breaken, Rappen, Sprayen und DJ’ ing "bekriegen". Unter der Obhut der Zulunation konnten sie die vier Kunstgattungen ausüben und perfektionieren. In Streitereien auf der Strasse stellten sie ihr Können unter Beweis und spornten sich zu gegenseitigen Höchstleistungen an. [8] Die Bestplatzierten wurden an Partys eingeladen. An Letztere sollte man sich im Sinne Bambaataa’s mit Vergnügen und Spass von der harten Arbeit erholen. Die Künstler trugen ihre Wettkämpfe auf der Bühne aus, unterhielten das Publikum und wurden nicht selten berühmt dabei. Der Film Wildstyle von 1982 gilt als Zeitdokument bezüglich der Umsetzung Bammbaataa’s Lehre was die Rap- und die Graffitiszene betrifft. Die Rapper, Sprayer, und DJ’ s zeigen darin, wie man durch die Zulunation mit Fleiss, Disziplin, Kreativität und positiver Lebenseinstellung der Kriminalität und den Drogen fern bleibt und zu berühmten Vorbildern wird.[9] Der Film Beatstreet von 1984 zeigt dasselbe, aber auf die Breakdance- Szene bezogen. Die heute immer noch berühmten Breakdance- Gruppen, wie Rock Steady Crew und die New York City Breakers, trugen im Film ihre Streitereien auf tänzerischer Ebene in Strassenwettkämpfe und an Partys aus.[10] Da das philosophische Konzept Bambaataa’s die Hip- Hop Bewegung sozial- politisch beeinflusste, wurde sie gemäss Kage zur Kultur. Der Slogan dieser Strassenkultur ist bis heute, negative Energien über künstlerische Wettkämpfe in positive und konstruktiv kreative Energien umzuwandeln.[11] Später beeinflusste Bambaataa mit seiner Lehre die Bewegung Stop The Violence zu Beginn der 90er Jahre, die sich gegen die aufkommende Gewalt in der Hip- Hop Szene wehrte.[12] Bambaataa ist bis heute aktiv. Weltweit propagiert er seine friedliche Lehre als einzig wahren Lebensstil der Hip Hop- Kultur. Letztere wird in der Schweiz vor Ort von Botschaftern seit den 80 Jahre vertreten- auch in Biel und Bern. [13]

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[1] Bambaataa’s und Kool Herc’s genauen Geburtsdaten sind nicht zu erörtern. [2] siehe Lapassade/ Rousselot 1990, S. 84. [3] Für die Kreation von Breakbeats benötigt man zwei Plattenspieler, ein Mischpult, einen Verstärker und Boxen. Zwei Platten mit identischen Liedern werden aufgelegt, per Hand an ausgesuchten Stellen unterbrochen und an die zuvor ausgewählten Ausgangspositionen zurückgedreht. Die dadurch entstandenen Loops - bestimmte Teile eines Liedes- können unendlich Mal in Abwechslung wiederholt werden und eignen sich so zum rappen, siehe Kage 2004 S. 48. [4] Breakdancers- auch Breakers genannt- sind Tänzer des Breakdance’s, einem Tanz der Hip- Hop Bewegung, Siehe Anonymus D 2007. [5] Siehe Kage 2004, S. 50- 51. [6] siehe Lapassade/ Rousselot 1990, S. 83 und Kage 2004, S. 49- 50. [7] Siehe Kage 2004, S. 49- 50. [8] Siehe Anonymus D 2007 und Kage 2004, S. 49- 50. [9] Siehe Anonymus E 2007, Wildstyle von 1982. [10] Siehe Apollonia 2007, Beatstreet von 1984. [11] Siehe Kage 2004, S. 50- 51. [12] Siehe Lapassade/Rousselot 1990, S. 85. [13] Siehe Anonymus E 2007 und D 2007.


Literaturverzeichnis: 

Apollonia 2007:                          Apollonio The 80’s Movies Rewind, „Beatstreet“, 2007 [Kontext: Beatstreethttp://www.fast-rewind.com , 20.11.2007.

Anonymus C 2007:                    Anonymus C, „Zulunation“, 2007 [Kontext: Afrika Bambaataahttp://www.zulunation.com , 20.11.2007.

Anonymus D 2007:                    Anonymus D, „Spartanic Rockers. Premium B- Boying“, 2007 [Kontext: Knowledge; Adresse: http://www.spartanic.ch , 20.11.2007].

Anonymus E:                              „Sedwick&Cedar. Where it all began ‚73“, 1993, [Kontext: Pioneers und Document; Adresse: http://www.sedgwickandcedar.com,

                                                            20.11.2007].

Anonymus F 2007:                    „Rock Steady Crew“, 2007 [Kontext: a3c, images, BABYLOVE; Adresse: http://www.rocksteadycrew.com ,29.11.07].

Chang 2003:                                 Jeff Chang, „Stakes Is High: Conscious Rap, Neosoul and the Hip- Hop Generation“ , 2003 [Kontext: search: Stakes is High, Jeff      

                                                            Chang; Adresse: http://www.thenation.com , 23.11.2007].

Cooper/Chalfant 1984:            Martha Cooper/ Henry Chalfant, Subway Art, London: Thames and Hudson, 1984.

Dufresne 1997:                             David Dufresne, Rap Revolution, Taschenbuchausgabe [Erstausgabe: 1991], Zürich/Mainz: Atlantis Musikbuch- Verlag, 1997.

Joas 2001:                                      Hans Joas, Lehrbuch der Soziologie, 7. Auflage [Erstausgabe: 1994], Frankfurt/ NewYork: Campus, 2001.

Klein/ Friedrich 2003:            Gabriele Klein und Malte Friedrich, Is this real? Die Kultur des Hip Hop, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2003.

Nelson 2002:                                Georg Nelson, XXX drei Jahrzehnte Hip Hop, 1. Deutsche Ausgabe, Freiburg: orange- press, 2002 [Originalausgabe: Nelson Georg, 

                                                             Hip Hop in America, USA, Penguin Books Inc., 1998].

Kage 2004:                                     Jan Kage, American Rap, Explicit Lyrics, US- HipHop und Identität, 2. Aufl. [Erstauflage: 2002], Mainz: Ventil, 2004. 

Lapassade/ Rousselot 1990: George Lapassade und Philippe Rousselot, Le Rap, ou la fureur de dire, Paris: Loris Talmart, 1990.

NYC& Company 2007:              NYC& Company Inc., “NYC neighborhoods”, 2007 [Kontext: plan your experience; Adresse: http://www.nycvisit.com, 10.10.2007].

Salzmann 2000:                         Yvan Salzmann, Sartre et l’authenticité, Les conditions de réalisation de la bienveillance réciproque dans la philosophie de Sartre,          

                                                             [Dissertation: Lausanne, Faculté des Lettres de l’université, 2000].


                                                                                                                                             

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M.A. Caroline Montandon, upload, 2015.